Review: Kreativ-Frühstück 07/06/17

Innehalten & inspiriert sein

Werbung Wien

vor 2 Monaten

Review: Kreativ-Frühstück 07/06/17

ein Gespräch über Kunst mit mumok-Kurator Matthias Michalka

Like other tools, art has the power to extend our capacities beyond those that nature has originally endowed us with.“ (Wie andere Werkzeuge hat Kunst die Kraft, unsere Kapazitäten über die Grenzen, die uns durch die Natur gegeben sind, zu erweitern.)

Mit diesem Zitat von Alain de Botton eröffnete Ines Glatz-Deuretzbacher (november design & pr) am 7. Juni das Kreativfrühstück der Fachgruppe Werbung & Marktkommunikation zum Thema „Lustvolle Verunsicherung. Kunst als Inspirationsquelle.“ im Café Edison. Knapp 30 Fachmitglieder sind unserer Einladung gefolgt, um in entspannter Atmosphäre mit unserem Gast Matthias Michalka (mumok) über das Spannungsfeld von Kunst und Werbung zu diskutieren.

Kunst und die Fachgruppe Werbung Wien, wie passt das zusammen?

Diese Frage stellte sich gleich zu Beginn des Kreativfrühstücks. Scheinen die beiden Dinge doch nicht wirklich zusammen zu passen. Doch gerade unsere Fachgruppe und Profession – die Werbung und Marktkommunikation – weisen viele Gemeinsamkeiten mit der Kunst auf.

Laut Matthias Michalka ist die Verbindung von Kunst und Werbung seit jeher eine Schillernde. Andy Warhol startete als Werbegrafiker. Oliviero Toscani, der mit seinen Werbefotografien für Benetton Weltruhm erlangte, stellte seine Werke auch bei der Biennale in Venedig aus. Toscani würde sagen, es ist die Provokation, die die beiden Disziplinen miteinander verbindet. Durch die Aufregung geht man darüber hinaus, was langläufig als Norm angesehen wird und schafft somit Neugierde – ob jetzt für ein Kunstwerk oder ein Produkt.

Wie können wir Kunst nutzen?

Eine zentrale Frage der Diskussion war, wie wir Kunst für uns selbst, für unsere Arbeit und unser Privatleben nutzen können. Wie erhalten wir Zugang zu Kunst? Und muss man Kunst immer sofort verstehen?

Matthias Michalka meint, dass es auch aus Expertensicht vollkommen in Ordnung ist, etwas zuerst mal nicht zu verstehen. Er würde niemandem raten, Kunst wie einen Prozess des Lernens anzugehen und dutzende Bücher zum Thema zu lesen. Es brauche die Neugierde, und wenn diese nicht vorhanden sei, ist es oft nur der halbe Spaß. Der wichtigste Schritt ist immer, die eigenen Sehgewohnheiten zu relativieren und die Wahrnehmung zu schärfen.

Passend dazu präsentierte Michalka uns auch eine schöne Verbindung von Kunst und Werbung. Eine Kampagne des Hamburgers Kunstverein, die die Kunst des Nicht-Verstehens feiert (hier gibt es mehr Infos zu dieser Kampagne)

Ist das Kunst oder kann das weg?

Sehr spannende Diskussionen gab es auch zum Kunstbegriff selbst. Besonders der Zugang zu zeitgenössischen Werken ist nicht immer sofort vorhanden, bei vielen hört man den Satz „das hätte ich selber aber auch machen können“. Wie also definiert sich Kunst?

Laut unserem Experten kreist man schon seit Jahrhunderten um diese Frage – sie ist mit Nietzsches Gottesvergleich zu vergleichen. Die Definition wird zum großen Teil von drei Instanzen vorgenommen: klassischen Institutionen (Museen, Kunstvereine, Künstlervereinigungen,…), der Kunstkritik (Fachmagazine, der Feuilleton) und natürlich auch dem Markt über Angebot und Nachfrage.

Persönlich muss aber jede und jeder den für sich richtigen Weg finden. Es gibt viele Möglichkeiten, Zugang zu Kunst zu finden. Manchmal reicht es, einfach fasziniert zu sein. Ein anderes Mal bleibt man verstört zurück. Andere Kunstwerke funktionieren ganz anders und man entfernt mehrere Schalen um zum tieferen Sinn zu gelangen. Es geht aber immer darum, das eigene Sehen und den Prozess des Erkennens zu erweitern.

Über die Kunst zu begeistern

Überraschenderweise nahm unsere Diskussion aber noch eine weitere Abzweigung. Und unser Gast aus dem Kunstbetrieb bekam Tipps von den Profis aus dem Kommunikationsbereich. Es ging um Texte zu Ausstellungen und deren oftmals zu hochgestochenen Formulierungen. Werden mögliche Besucherinnen und Besucher durch zu komplizierte Fachsprache abgeschreckt und somit vom Kunstkonsum abgehalten. Sollte sich hier die Kunst vielleicht ein Beispiel an der Werbung nehmen und auch einmal vereinfachen? Für Michalka ein schwieriger Spagat, da er sich in seiner Arbeit auch immer der Kunst selbst verpflichtet fühlt.

Einfach mal innehalten & inspiriert sein

Abschließend lässt sich sagen, dass der Konsum von Kunst – sei es bildende, darstellende oder angewandte – gerade in unserem Bereich viel bringen kann. Sei es um Inspiration zu finden, neue Betrachtungsweisen zu erlernen und in stressigen Zeiten einfach mal zur Ruhe zu kommen.

Vielen Dank an unseren Gast Matthias Michalka für die spannende Diskussion und an Ines Glatz-Deuretzbacher für die Organisation und Idee dieses Kreativfrühstücks.

Wir gehen in die Sommerpause und kehren im Herbst mit frischen und neuen Ideen zurück.

Fotos (c) Florian Wieser

 

 

 

 

 

 

 

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