Management

Effizientes Management kommt in der Phase nach der eigentlichen Gründung oftmals zu kurz: Die Euphorie ist meist groß, der Einsatz sowieso, die Bereitschaft, Wochenenden und Feiertage zu opfern natürlich auch.

Trotzdem sollten Neugründer von Beginn an danach trachten, nicht nur ihre eigentliche Arbeit (als Werbeagentur, PR-Agentur, Grafikstudio etc.) ernst zu nehmen, sondern auch das Management des eigenen Unternehmens. Einige Tipps, die Neugründern den Einstieg in den Markt erleichtern sollten:

  • Bedenken Sie, dass auch in der Nische (Spezialagentur mit spezifischen Kompetenzen) eine Menge Potenzial schlummert. Full-Service-Agenturen gibt es viele – Agenturen mit Zielgruppen-Know-how hingegen nur wenige!
  • Machen Sie sich ein Bild über Ihre unmittelbaren Mitbewerber! Lernen Sie vom Mitbewerb, überlegen Sie sich aber auch, wie Sie sich mit Ihren Leistungen und Kompetenzen gezielt vom Mitbewerb abheben können.
  • Bedenken Sie vom ersten Moment an, dass Ihr Unternehmen eine Marke ist. Handeln Sie dementsprechend, versuchen Sie von Beginn an, ein eigenständiges, unverwechselbares Profil herauszuarbeiten. Nehmen Sie sich für die Herausarbeitung der USP Ihres Unternehmens Zeit!
  • Vergessen Sie nicht auf PR in eigener Sache: Informieren Sie die Fachpresse nicht nur über die Gründung Ihres Unternehmens, sondern auch laufend über Personalia, gewonnene Etats und gewonnene Kreativ- und Effizienz-Awards. Aber: Versenden Sie nur dann PR, wenn Sie wirklich etwas (Neues) zu sagen haben!
  • Sammeln Sie Fachpresseartikel über Ihre eigene Agentur, aber auch über Ihre Mitbewerber.
  • Reichen Sie die Arbeiten für Ihre Kunden von Beginn an bei Kreativ- und Effizienz-Awards ein, allerdings nur jene, von denen Sie auch überzeugt sind, dass sie eine reelle Chance haben, ausgezeichnet zu werden. Die Einreichkosten sind zwar oft teuer, wenn man einen Preis oder auch nur eine Anerkennung gewinnt, sind Einreichungen bei Awards aber eine sinnvolle Investition in die Zukunft.
  • Gehen Sie zu Beginn sparsam mit Ihren finanziellen Ressourcen um, drehen Sie jeden Euro zwei Mal um, überlegen Sie, ob eine Investition wirklich sinnvoll ist und Ihnen in der gegenwärtigen Situation wirklich etwas bringt.
  • Seien Sie zu Beginn Ihrer Selbstständigkeit generell nicht zu risikofreudig!
  • Prüfen Sie die Bonität Ihrer (vor allem) kleineren Kunden! Sie können sich zu Beginn keine Forderungsausfälle leisten.
  • Eine Bankverbindung bei einer namhaften Bank mit einem kompetenten Berater ist Goldes wert. Nutzen Sie die Beratungsleistungen Ihrer Bank. Bedenken Sie, dass die Bank mit Ihnen gutes Geld verdient. Sie sind keinesfalls nur Bittsteller.
  • Einzelkämpfer haben es generell schwerer als Teams! Überlegen Sie sich, ob die Hereinnahme eines kompetenten Partners nicht sinnvoller ist als das Einzelkämpferdasein.
  • Bauen Sie Netzwerke auf und aus. Nutzen Sie alle Möglichkeiten, an Fachveranstaltungen teilzunehmen, die Ihren Horizont erweitern können.
  • Lesen Sie Fachpublikationen und bleiben Sie über die Online-Dienste der Fachpresse stets auf dem Laufenden.
  • Mieten Sie sich zu Beginn kein zu großes Objekt, aber auch kein zu kleines Objekt an: Ein Umzug innerhalb der ersten paar Monate lähmt den eigentlichen Betrieb zumindest für einige Tage, wenn nicht Wochen. Ein zu großes Objekt verursacht unnötig hohe Kosten.
  • Wenn Sie Ihre ersten Mitarbeiter einstellen, gehen Sie bei der Auswahl sorgsam um: Gerade zu Beginn können Sie sich ein Vorgehen nach dem Prinzip „Trial and Error“ nicht leisten. Legen Sie nicht nur Wert auf die fachliche Kompetenz, sondern auch auf gute Umgangsformen, angemessenes Auftreten und den bereits vorauseilenden Ruf Ihres neuen Mitarbeiters.
  • Reagieren Sie auf Ihren ersten größeren Etatgewinn/Auftrag nicht mit allzu viel Euphorie. Seien Sie behutsam beim Einstellen von Angestellten (Lohnnebenkosten!).
  • Bedenken Sie, dass jeder Auftrag nicht nur die laufenden Kosten (Miete, Strom etc.) und die Kosten für Ihre Mitarbeiter abdecken muss, sondern auch den Unternehmerlohn.
  • Sehen Sie sich rechtzeitig nach einem guten und in Ihrem Feld kompetenten Steuerberater um! Nicht alle Steuerberater sind automatisch mit den Spezifika von Unternehmen im Bereich Werbung und Marktkommunikation vertraut.
  • Scheuen Sie allzu hohe Kredite und bedenken Sie, dass Sie – je höher der Kredit – erst mal eine Zeit lang nur die Zinsen und Zinseszinsen abarbeiten.
  • Bedenken Sie, dass Sie in den ersten Wochen und Monaten nur wenig Freizeit haben werden und wohl auch Wochenenden und Feiertage opfern müssen. Und: Gerade kleine Unternehmen mit wenigen (oder gar keinen) Mitarbeitern können es sich nicht leisten, allzu lange und allzu oft auf Urlaub zu sein.
  • Hüten Sie sich zu Beginn vor allzu großzügigen Privatentnahmen. Und bedenken Sie, dass Sie von den Einnahmen neben den laufenden Kosten auch Steuern (Umsatzsteuer, Körperschaftssteuer und Einkommensteuer) sowie Sozialversicherungsbeiträge entrichten müssen.
  • Konsultieren Sie Ihre Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation und nutzen Sie auch andere Beratungsstellen: Guter Rat muss nicht immer teuer sein!
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