EU-Talk Gleich-berechtigung

Nachbericht zur Podiumsdiskussion

Werbung Wien

vor 2 Wochen

Gleichberechtigung setzt Chancengleichheit voraus

Der rechtlichen Gleichstellung muss jetzt auch eine nachhaltige Änderung der sozialen Normen folgen.

Am 19. Oktober 2018 fand im Haus der Europäischen Union in Wien der 2. „EU-Talk 2018“ der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation Wien statt. Unter dem Titel „100 Jahre Frauenwahlrecht in Österreich – 40 Jahre Gleichberechtigung in der EU: Gleichberechtigung 2018 – Realität oder Illusion?“ ging es diesmal um die Frage der gelebten Gleichberechtigung von Mann und Frau in der EU, in Österreich und speziell in der Kommunikationsbranche.

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Im Bild v.l.n.r.: Sophie Karmasin, Katharina Schinner, Ortrun Gauper, Christa Bauer, Birgit Kraft-Kinz, Sabine Radl

Meinungs- und Motivforscherin Sophie Karmasin, Christa Bauer, Autorin und Präsidentin des Vereins der geprüften Wiener Fremdenführer, Birgit Kraft-Kinz, Mitglied der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation Wien, Sabine Radl, Generalsekretärin der Europäischen Bewegung Österreich, und Katharina Schinner, Gemeinderätin und Geschäftsführerin des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes Wien, diskutierten mit Moderatorin Ortrun Gauper, Mitglied der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation Wien und Initiatorin der Veranstaltungsreihe „EU-Talk“.

Christa Bauer zeigte unter dem provokanten Titel „Zu kleine Köpfe“ eindrucksvoll den langen Weg und die wichtigsten „Stationen“ am Weg zur rechtlichen Gleichstellung von Frau und Mann auf, aber auch, wie weit gesetzliche Rahmenbedingungen und Realität seit jeher auseinanderklaffen. Für Birgit Kraft Kinz sind die sozialen Rahmenbedingungen auch 2018 noch lange nicht optimal: „Um Gleichstellung in Richtung Realität zu pushen, müssen Frauen sich gegenseitig den Rücken stärken. Ganz besonders wichtig ist, dass Personen in Führungspositionen – Männer und Frauen – ein positives Beispiel für andere darstellen und Ideen der Gleichberechtigung authentisch verkörpern und fördern.“

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Birgit Kraft-Kinz

Wie viel Regulierung braucht Gleichberechtigung?

Kontrovers diskutiert wurde die zentrale Frage, ob Gleichberechtigung im Alltag in Zukunft nur durch gesetzliche Rahmenbedingungen zu erreichen ist, oder ob viel mehr die Zivilgesellschaft gefordert ist. Für Sophie Karmasin ist die Antwort ganz klar: „Mit Gesetzen verändern wir kein Mindset! Nur wenn wir Stereotypen und Rollenbilder verändern, wird sich auch gesellschaftlich nachhaltig eine gelebte Gleichstellung von Mann und Frau durchsetzen. Dafür brauchen wir eine Zivilgesellschaft, die sagt: Uns ist das Thema wichtig. Arbeiten wir daran. Aber Frauenpolitik und Frauenthemen entsprechen derzeit leider nicht dem Zeitgeist.“

Einig war man sich letztlich darüber, dass beides – unterstützende Maßnahmen seitens der Politik und Bewusstseinsbildung „von klein auf“ notwendig sind und auch in Zukunft sein werden. Denn Umfragen zeigen, dass auch die jüngere Generation in „alten Stereotypen“ aufwächst und lebt.

Und wie sieht es bei gleicher Qualifikation aus?

Karmasin analysierte anhand des bekannten Experiments „Howard und Heidi“, eine Studie der Harvard Business School: „Frauen werden zwar ebenso kompetent wahrgenommen wie gleichqualifizierte Männer, jedoch sinken bei der Frau die Sympathiewerte je erfolgreicher sie ist, während sie beim Mann steigen.“ Eine Erfahrung, die alle Frauen am Podium selbst oder zumindest in ihrem Umfeld gemacht haben. Christa Bauer sieht das sehr selbstbewusst und bekam allgemeine Zustimmung: „Frauen, die ihren Weg gehen wollen, dürfen sich nicht einschüchtern lassen.“ Für das notwendige Selbstbewusstsein sind Frauennetzwerke ebenso wichtig wie gemeinsame Netzwerke von Frauen und Männern. Bauer: „Es waren in der Historie immer auch erfolgreiche Männer, die sich im entscheidenden Moment dafür eingesetzt haben, dass die „gläserne Decke“ durchbrochen werden konnte“.

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Im Bild v.l.n.r.: Sophie Karmasin, Ortrun Gauper, Christa Bauer

Nach der „gläsernen Decke“ gibt es aber ein neues Phämomen, über das auch heftig diskutiert wurde: „Die gläserne Klippe“: Britische Forscher der Universität Exeter behaupten, dass jene Stellen überproportional häufig mit Frauen besetzt werden, in denen die Gefahr des Scheiterns besonders hoch ist. „The glass cliff“ – oder gläserne Klippe – nennen sie dieses Phänomen. Nach dem Motto „Jetzt ist es auch schon egal“ lässt man eine Frau oft erst dann in Führungspositionen, wenn es mit einem Unternehmen bereits abwärts geht. Moderatorin Ortrun Gauper münzt diese These auf die Politik um und stellt die Frage: Sind Angela Merkl, Theres May oder die neue SPÖ Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner solche „Klippenfrauen“? Die Expertinnen am Podium zeigten sich parteiübergreifend solidarisch: Alle drei Frauen sind wichtige Vorbilder und Pionierinnen!

Und wie steht es mit Österreich im Vergleich zur EU?

Katharina Schinner: „In den letzten 100 Jahren hat sich natürlich viel verändert, aber wir stecken immer noch mitten drin. Das Thema Gleichbehandlung wird heute in Europa sehr unterschiedlich gehandhabt. Während skandinavische Länder hier Vorbild sind, hinken vor allem rechtsgeführte Länder wie Ungarn und Polen deutlich hinterher. Wir tun gut daran, die skandinavischen Modelle zu verfolgen und nach dem Grundsatz der EU überall für gleiche Behandlung für Mann und Frau zu sorgen.“

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Katharina Schinner

Dass auch Österreich hier massiven Aufholbedarf hat, belegen Statistiken und Umfragen: Österreich liegt unter dem EU-Durchschnitt, wenn es um die Gleichstellung von Frauen und Männern geht. Tatsächlich verdienen Frauen in Europa im Jahr 2018 immer noch um 16,3 % weniger als Männer, in Österreich sind es sogar 19,9%, laut aktuellen Zahlen zum equal pay day 2018. Seit Samstag (20.10.) arbeiten statistisch gesehen die Frauen in Österreich gratis. Insgesamt leisten Frauen pro Jahr 240 Stunden unbezahlte Mehrarbeit. Diese Zahlen beweisen: Zwischen Rechtsetzung und Realität ist noch ein weiter Weg!

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