Service
Aktivitäten
Über uns
Lehrlingsinitiative
News
Homepage Events
Nachbericht: Jobkiller KI? Was sich in Unternehmen wirklich verändert
v.l.n.r.: Dieter Scharitzer (WU Wien), Louisa Böhringer (Personal Branding Wien), Eva Mandl (Himmelhoch), Key-Note Speaker Gerhard Kürner (506.ai), Alexandra Vetrovsky-Brychta (DMVÖ)
© Leadersnet / C. M. Stowasser

Nachbericht: Jobkiller KI? Was sich in Unternehmen wirklich verändert

Kaum eine Technologie weckt so große Erwartungen und Befürchtungen wie Künstliche Intelligenz. Doch was davon hält einer Überprüfung stand? Bei „Reden in der Eden“ am 20. Oktober 2026 lud die Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation Wien dazu ein, die Debatte auf Basis von Fakten zu führen. Zu Gast in der bis zum letzten Platz gefüllten, legendären Eden Bar war Gerhard Kürner, der für seinen Report „Work After AI 2026“ amtliche Statistiken, wissenschaftliche Studien und Unternehmensbefragungen auswertet. Im Mittelpunkt stand, was sich über die Auswirkungen von KI auf die Arbeitswelt tatsächlich belegen lässt und welche Schlüsse Unternehmen daraus ziehen können.

Für die einen ist KI der Jobkiller schlechthin, für die anderen das Versprechen auf mehr Produktivität und wirtschaftlichen Erfolg. Dazwischen liegen viele Überzeugungen, aber oft wenig belastbare Grundlagen. Gerhard Kürner setzt hier mit seinem Report „Work After AI 2026: Der große Irrtum vom Jobkiller KI“ an. Die aktuelle Fassung beruht auf 141 geprüften Quellen – von amtlicher Statistik über wissenschaftliche Forschung bis zu Nutzungsdaten der KI-Anbieter und Unternehmensbefragungen. Statt Erwartungen mit Ergebnissen gleichzusetzen, prüft Kürner, welche Veränderungen sich bereits messen lassen. Auch seine eigenen Einschätzungen stellt er auf den Prüfstand. Neun konkrete Prognosen sollen anhand festgelegter Kriterien überprüfbar machen, ob er mit seiner Analyse richtigliegt.

Für die Kommunikationsbranche eröffnet dieser Zugang eine sachliche Auseinandersetzung mit Fragen, die viele Betriebe unmittelbar beschäftigen: Welche Aufgaben verändert KI tatsächlich? Wo entsteht wirtschaftlicher Nutzen? Und welche Entscheidungen müssen Unternehmen heute treffen, um ihre Teams und Leistungen weiterzuentwickeln?

Nicht jede Stellenstreichung ist ein Beleg für Automatisierung

Kürners Ausgangspunkt: Wenn ein Unternehmen Personalabbau mit KI begründet, ist damit noch nicht nachgewiesen, dass die Technologie diese Arbeit tatsächlich übernommen hat. In seiner Analyse unterscheidet er deshalb zwischen den Begründungen großer Abbauprogramme und den gemessenen Auswirkungen in Betrieben, die KI einsetzen. Hinter einer als technologische Modernisierung dargestellten Kürzung können auch wirtschaftlicher Druck und klassische Restrukturierung stehen. Für Unternehmen macht diese Unterscheidung einen wesentlichen Unterschied. Wer auf Schlagzeilen reagiert, statt die eigenen Aufgaben und Abläufe zu prüfen, zieht möglicherweise die falschen Schlüsse für Personal und Organisation.

Schnellere Texte sind noch kein besseres Betriebsergebnis

Dass einzelne Mitarbeitende mit KI schneller arbeiten, bedeutet noch nicht, dass das gesamte Unternehmen davon profitiert. Kürner beschreibt eine Lücke zwischen erfolgreichen Tests und dem dauerhaften Einsatz im Betrieb. Damit aus eingesparten Minuten ein wirtschaftlicher Nutzen wird, müssen auch Prozesse, Zuständigkeiten und Freigaben angepasst werden. „KI kann sich heute jedes Unternehmen ins Haus holen. Wie das Team damit wirklich besser arbeitet, muss es aber selbst herausfinden und lernen.“, erklärt Kürner. Die Einführung von KI ist damit wesentlich eine Führungsaufgabe.

Wer bildet die Erfahrenen von morgen aus?

Eine weitere Herausforderung sieht Kürner beim Berufseinstieg. Wenn KI zunehmend jene Ausführungsarbeiten übernimmt, an denen junge Mitarbeitende bisher gelernt haben, verändert sich auch der Weg zum beruflichen Können. Ergebnisse von Maschinen zu prüfen und zu verantworten, verlangt Erfahrung, doch diese muss zunächst aufgebaut werden. Unternehmen, die Einstiegsstellen streichen, riskieren deshalb, sich den eigenen Nachwuchs zu nehmen. Kürner plädiert dafür, Ausbildung und praktische Verantwortung bewusst miteinander zu verbinden.

Die Kommunikationsbranche muss ihren Mehrwert neu bestimmen

Marketing zählt in Kürners Report zu jenen Bereichen, an denen der organisatorische Umbau besonders früh sichtbar wird. Für Agenturen und Kommunikationsprofis berührt das unmittelbar das eigene Geschäftsmodell: Wenn KI mehr von der Umsetzung übernimmt, worin liegt künftig der besondere Wert ihrer Leistungen? Welche Kompetenzen müssen Teams stärken? Und für welchen Mehrwert werden Kundinnen und Kunden auch weiterhin bezahlen?

Diese Fragen standen ebenso auf dem Programm wie die aktuelle Sicherheitsdebatte rund um selbstständig handelnde KI-Systeme. Denn mit neuen Einsatzmöglichkeiten wächst auch der Bedarf, Verantwortung und Kontrolle zu klären.

Durch den Business-Talk führte Eva Mandl für die Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation Wien. Anschließend boten Flying Buffet und Networking Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen. Denn bei aller Aufmerksamkeit für neue Technologien bleibt die Entwicklung der Menschen eine zentrale Aufgabe. Wer heute in die Fähigkeiten seines Teams investiert und dem Nachwuchs Raum zum Lernen gibt, schafft die Voraussetzungen dafür, dass KI auch langfristig einen Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten kann.

Gerhard Kürner

Gerhard Kürner ist Autor und unabhängiger Forscher von „Work After AI“, dem jährlichen Report über die tatsächliche Wirkung künstlicher Intelligenz auf Arbeit, Organisationen und Unternehmenssoftware. Seine Forschung ist eigenfinanziert, an keinen Anbieter gebunden und wird an eigenen, überprüfbaren Prognosen gemessen. Als Gründer und CEO von 506.ai kennt er die Umsetzung aus der Praxis. Zuvor war er 14 Jahre bei voestalpine tätig und dort für den Bereich Global Corporate Communication verantwortlich.

Lena Zehetner

Lena Zehetner

26.10.2026

Das könnte Sie auch interessieren...

Nachbericht
Nachbericht: KI-Sichtbarkeit: In den richtigen Quellen vorkommen
© Jonny Gios / unsplash.com
Events
18.10.2026

Nachbericht: KI-Sichtbarkeit: In den richtigen Quellen vorkommen

Welche externen Quellen ziehen ChatGPT, Gemini oder Perplexity heran, wenn sie Unternehmen empfehlen – und wie schafft man es, dort präsent zu sein? Dieser Frage widmete sich das dritte Webinar der vierteiligen Reihe „KI-Sichtbarkeit“ der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation.

Mehr erfahren

Nachbericht
Nachbericht: The 25min Sessions - Impulse für eine neue Arbeitswelt
© eSeL.at - Sarah Tasha
Events
29.09.2026

Nachbericht: The 25min Sessions - Impulse für eine neue Arbeitswelt

Mit The 25min Sessions hat die Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation Wien im Frühjahr 2026 ein neues Coaching- und Networking-Format ins Leben gerufen, das Kreativschaffenden Raum für persönliche Weiterentwicklung, Austausch und konkrete Impulse bietet.

Mehr erfahren

Nachbericht
Nachbericht: KI-Sichtbarkeit: Inhalte für KI optimieren
© Jonny Gios / unsplash.com
Events
06.08.2026

Nachbericht: KI-Sichtbarkeit: Inhalte für KI optimieren

Wie müssen Websites aufgebaut sein, damit sie von ChatGPT, Gemini oder Perplexity verstanden und als Quelle herangezogen werden? Dieser Frage widmete sich das zweite Webinar der vierteiligen Reihe „KI-Sichtbarkeit“ der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation.

Mehr erfahren

Nachbericht
Gruppenfoto der Session Impulse für eine neue Arbeitswelt
© Joanna Pianka
Events
30.07.2026

Nachbericht: The 25min Sessions: Impulse für eine neue Arbeitswelt

Mehr erfahren

KundInnen gewinnen und binden – die Wirkung starker Botschaften
© Douglas Lopez | Unsplash
Events
18.06.2021

KundInnen gewinnen und binden – die Wirkung starker Botschaften

Die Zeiten sind für viele Unternehmen aus der Kommunikationsbranche eine massive Herausforderung.

Mehr erfahren

Eine Stunde mit Julia Neumann
© insta photos | getty images
Events
11.06.2021

Eine Stunde mit Julia Neumann

Wie ist die Idee für dieses Design wohl entstanden? Woher kommt überhaupt die Inspiration dafür? Und wie hat es diese […]

Mehr erfahren

Post Corona-Consumer
© Marketing Circle Austria
Events
02.06.2021

Post Corona-Consumer

Wieso legen StammkundInnen Markenloyalität wie ein nasses Hemd ab? Wie bekommt der totgesagte stationäre Handel neues Leben? Und wird regional […]

Mehr erfahren

DSGVO – Updates & Überblick
© Maksim Kabakou | Shutterstock
Events
28.05.2021

DSGVO – Updates & Überblick

Wir dürfen Sie zu einer weiteren digitalen Informationsveranstaltung unserer Ausbildungsreihe zur DSGVO einladen. Drei Jahre nach der Einführung der EU-Datenschutzgrundverordnung und […]

Mehr erfahren

Schreiben Sie uns.
Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

werbungwien@wkw.at

Kontakt